Autor Thema: Die eisernen Stonetrees  (Gelesen 1664 mal)

Lawna

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Die eisernen Stonetrees
« am: November 02, 2014, 00:45:09 vorm. »
Selbst, wenn einen alles andere verlassen hat, bleibt die Hoffnung.

Niemand hatte ahnen können, dass Garrosh selbst nach seinen Taten und der langen Zeit in Gefangenschaft noch solch loyale Verbündete zu den Seinen zählte.

Das Massaker am Tempel des weißen Tigers zeigte wieder einmal, dass Garrosh Höllschrei, Sohn von Grom, wirklich alle Mittel einsetzte, um SEINE Horde zu formen.
Viele fanden an diesem Tag den Tod, nicht nur unsere tapferen Krieger der Horde, nein. Wir kämpften und starben an der Seite unsere alten Feinde, der Allianz.
Unser alter Kriegshäuptling Thrall...Go'el, kämpfte an der Seite von Varian Wrynn, dem König von Sturmwind und Oberhaupt der Allianz.
Auch wenn man diesem Kampf, wenn man das so nennen möchte, nur Abscheu entgegen bringen kann, so brachte er doch wenigstens etwas Gutes hervor.
Wir kämpften Seite an Seite mit unseren....Brüdern der Allianz.
Das Band des Friedens, welches Garrosh durch seine törichten Taten bereits, so dachten wir, irreparabel zerstört hatte, hatte der Gleiche doch wieder verknüpft.

Wir werden Garrosh finden. Noch immer hallen die Worte von Go'el in meinem Kopf.

Doch wo sollen wir suchen? Hatte doch ein Abtrünniger des bronzenen Drachenschwarms oder besser gesagt ein Anhänger des ewigen Drachenschwarms, Kairosz, Garrosh zur Flucht verholfen. Niemand, nicht einmal die Bronzenen, konnten sagen wo oder besser wann sich Garrosh aufhält.

Nachdem die Schlacht vorüber war, die Verwundeten versorgt und den Toten die letzte Ehre erwiesen worden war, wurden wir alle zu einer Versammlung gerufen.
Jede Gilde bekam die Aufgabe einen möglichen Aufenthaltsort von Garrosh ausfindig zu machen und ebenfalls die Verräter; Zaela, Shokia und Thalen Sangweber.

Nachdem ich von dem Treffen der Gilden zurückkam, ersuchte ich die Hilfe eines Weitläufers, um meine Offiziere zu einem Treffen zu rufen.
"Danke für Eure Hilfe, Weitläufer Bashan."
"Ihr müsst nicht mir danken sondern meinem Oberhäuptling. Baine Bluthuf hat uns beauftrag den Gildenoberhäuptern zur Verfügung zu stehen."
"Dann richtet ihm meinen Dank aus, sobald eure Aufgaben dafür Zeit erübrigen."
"Das werde ich tun. Vielen Dank....dennoch, Ihr habt um meine Hilfe gebeten, Lawna. Wie kann ich Euch von Nutzen sein?"
"Ihr müsst meine Offiziere finden und ihnen mitteilen, dass wir uns in einer wichtigen Angelegenheit besprechen müssen."
"Wie kann ich Eure Offiziere ausfindig machen und was soll ich ihnen übermitteln?"
"Nach den vergangenen Monden voller Krieg und Verderben hat es sie in ihre Heimat zurückgerufen. Sie wollen fernab des Chaos unserer Zeit dringend benötigte Erholung einfordern.
Khorash werdet Ihr in Nagrand finden. Sucht den Tauren in der Nähe des Throns der Elemente. Sicher meditiert er in der Nähe des Wasserfalls und sucht Rat bei den Elementen.
Evilchen werdet Ihr in Brill antreffen. Nach den ganzen Ablenkungen der vergangenen Zeit, widmet sie sich wieder ihren Studien. Aber seid gewarnt, die dunkle Fürstin soll nicht bei bester Laune sein. Geht ihr aus dem Weg.
Eeyore werdet Ihr in Eurer Heimat antreffen, in Donnerfels. Wo genau kann ich euch nicht sagen, er wollte sich dort ein Zelt zulegen, sagte er zuletzt"
"Ich werde sie alle finden, verlasst euch darauf Lawna."
"Ich bin mir sicher, dass Ihr sie findet werdet. Seid Ihr doch einer der besten Weitläufer, Bashan."
"Ihr ehrt mich. Was soll ich Ihnen ausrichten?"
"Sagt Ihnen, dass wir uns auf der Insel von Quel'Danas treffen und zwar in...ich denke 5 Monden. Das sollte Euch genug Zeit für die Suche und ihnen für ihre Vorbereitungen geben."
"Wie Ihr wünscht, Lawna. Möge die Erdenmutter über Euch wachen."
Mit diesen Worten verließ der Tauren den gemeinsamen Treffpunkt mit Lawna am Tempel des weißen Tigers.
Lawna verblieb noch eine Weile auf der Bank unter den Kirschbäumen, die hier zu jeder Jahreszeit in voller Blüte standen.
Schließlich stand sie auf, um ihrerseits Vorbereitungen für die Reise zu Insel von Quel'Danas zu treffen. Hoffentlich würde Bashan ihre Offiziere schnell finden.

Wir werden Garrosh finden. Wieder hallten die Worte von Go'el in ihrem Kopf.

Bashan verlor keine Zeit, obwohl selbst der Tauren bei diesem Gedanken schmunzeln musste. Wie kann man Zeit verlieren bei einer Intrige des ewigen Drachenschwarms.
Nichts desto trotz beeilte sich Bashan, wollte er seine Aufgabe doch best- und schnellstmöglich erfüllen.
Er eilte zum Schrein der zwei Monde um das dortige Portal nach Donnerfels zu nutzen, um als erstes den Tauren Eeyore von dem bevorstehenden Treffen zu unterrichten.
Als er die Stufen innerhalb des Schreins zu den Portalen hinaufstieg, fiel im auf, dass es sehr geschäftig im Schrein zuging. Dies hatte er schon lange nicht mehr erlebt.
Mitglieder aller Gilden der Horden bereiteten sich auf die Suche nach Garrosh vor.
An den Portalen angekommen, sah er gerade noch eine alte Weitläufer-Freundin vor dem Portal nach Dalaran stehen. Rikara setzte ein Lächeln auf und winkte ihm zu, bevor sie durch das Portal schritt. Wie er erfahren hatte wurde sie Leahlynn von den Samurai Pizza Cats zugeteilt.
Er schritt durch das Portal nach Donnerfels.

Es tat gut die kühle Abendluft von Donnerfels einzuatmen.
Bashan beschloss, aufgrund der späten Stunde, ein Gasthaus aufzusuchen und die Suche nach Eeyore in der Frühe zu starten.
Auf dem Weg zum Gasthaus kreuzte ein aufgebrachter Tauren, welcher einen Sack mit Un'goro Erde trug, seinen Weg.
Eigentlich nichts Ungewöhnliches in Donnerfels und er hätte diesem Tauren normal keine Aufmerksamkeit geschenkt, hätte dieser nicht ununterbrochen über irgendwelche hohen Preise geflucht.
Bei näherer Betrachtung des Tauren konnte es Bashan kaum glauben, der Tauren trug das Wappen der Stonetrees - dies musste Eeyore sein.
"Entschuldigt bitte werter Tauren, wenn ich Euch so direkt überfalle, aber seid Ihr Eeyore?"
"Ja, das bin ich. Wer will das wissen?"
"Ich wurde von...."
"...jaja, ich kann es mir schon denken. Mein Nachbar Booran schickt euch!"
"Nein, ich wurde von...."
"...dann kann es ja nur Erian sein. Sagt ihm, dass nicht jeder Tauren einen "grünen Daumen" hat, wie er immer gerne sagt. Ich brauche die Pflanzensamen, die ich bestellt habe, morgen und nicht wann er Lust hat."
"Lawna schickt mich!"
"Das hättet Ihr doch gleich sagen können, dann hätte ich mir das Raten ersparen können!"
"Bei allem Respekt: Ihr habt mich nicht zu Wort kommen lassen, werter Eeyore."
"Ihr habt ja Recht. Es ist nur irgendwie anstrengender mein eigenes Zelt ordentlich zu.....bewirtschaften, als gegen Garrosh in den Krieg zu ziehen. Folgt mir, wir reden bei mir weiter."
Im Zelt von Eeyore angekommen, reichte dieser Bashan ein kleines Abendmahl.
"Ich danke Euch für Eure Gastfreundlichkeit, Eeyore, aber lasst mich meine Botschaft überbringen. Lawna hat mir aufgetragen Euch mitzuteilen, dass ihr Euch mit ihr auf der Insel von Quel'Danas in fünf Monden treffen sollt."
"Auf der Insel von Quel'Danas? Was will sie den dort, das ist ja am Arsch der Welt..."
"Dies kann ich Euch leider nicht mitteilen."
"Wissen die anderen beiden davon? Khorash und Evilchen?"
"Noch nicht. Ich suchte zuerst euch auf."
"Da es schon spät ist, ruht euch hier aus. Es ist deutlich gemütlicher als im Gasthaus."
"Ich danke Euch Eeyore."
Am nächsten Morgen stand Eeyore bereits früh auf, um Bashan noch eine Stärkung mit auf den Weg zu geben, doch der Weitläufer war bereits verschwunden. So machte sich Eeyore an seine Vorbereitungen für die Reise.

Bashan schätzte es eigentlich nicht, wort- und danklos zu verschwinden, aber er hatte keine Zeit zu verlieren.
Sein nächstes Ziel war Evilchen in Brill. Er nahm den ersten Zeppelin in Richtung Orgrimmar. Dort angekommen gönnte er sich ein kleines Frühstück. Der erste Zeppelin nach Unterstadt war noch nicht eingetroffen.
Es erstaunte ihn wie schnell Orgrimmar nach der Verwüstung durch die Schlacht wieder aufgebaut wurde. Vol'jin verstand, dass die Hauptstadt der Horde wieder Sicherheit ausstrahlen musste.
Diese Aufbauarbeiten konnte er vom weit oben gelegenen Abflugplatz der Zeppeline noch deutlicher sehen. Doch Zeit für weitere Bewunderungen blieb diesmal nicht. Der Zeppelin nach Unterstadt war angekommen.

Er konnte diesem Land nichts abgewinnen. Tirisfal.....alles tot und verdorben. Bashan fühlte sich sichtlich unwohl.
Aber seid gewarnt, die dunkle Fürstin soll nicht bei bester Laune sein., fielen ihm wieder die Worte von Lawna ein. Bashan musste lachen "Hier wäre ich auch immer "nicht bester Laune"!"
Brill war bereits vom Zeppelinturm aus zu sehen. Nach einem kurzen Fußweg war er dort angekommen und eilte in die ortsansässige Bibliothek. Er vermutete, dass sich Evilchen nur hier aufhalten konnte.
Er sollte recht behalten. Von drinnen hörte er noch die Wortfetzen "Auf Bald Evilchen!". Der Erdenmutter dankend, dass er keine lange Suche benötigte, ging er auf die untote Priesterin zu.
"Evilchen von den Stonetrees?"
"Das bin ich. Sagt mir: Was macht ein Tauren in Tirisfal. Ihr meidet doch sonst unser Land?"
"Ich wurde von Lawna beauftragt euch zu suchen und euch eine Nachricht zu überbringen."
"Dann raus damit. Mal gespannt was die Blutelfe wieder für ein Problem abladen will."
"Ihr sollt euch mit ihr am kommenden fünften Mond auf der Insel von Quel'Danas treffen."
"Weil ich ja sonst nichts zu tun habe...sicherlich hat euch die werte Blutelfe nicht mitgeteilt, warum ich das tun sollte, oder?"
"Ihre Beweggründe sind mir fremd und waren nicht von Belang für mich. Da sie mich allerdings direkt nach dem großen Treffen am Tempel des weißen Tigers dazu beauftragt hat, wird es eine wichtige Sache sein."
"Direkt nach dem Treffen...mmh. Da habt Ihr wohl Recht, Tauren."
Ein quälender Schrei drang in die Bibliothek.
"Was war das, Evilchen? Das klang wie der Schrei eines sterbendes Tieres."
"Fürstin Sylvanas ist seit diesem "Treffen" schlechtester Laune. Sie ertränkt sich in Hass und tötet seitdem so ziemlich alles, was dumm genug ist, im Wald umher zu irren."
"Lawna deutete so etwas an. Ich dachte bei meiner Ankunft noch im Spaß an Ihre Worte...ist es sicher zu gehen?"
"Keine Ahnung, die Fürstin macht was sie will. Sie ist eine Verlassene. Allerdings denke ich nicht, dass Sie einen Tauren angreifen wird."
"Dann mache ich mich auf den Weg nach Unterstadt. Ich muss einen Magier finden, der mich nach Shattrath bringen kann!"
"Shattrath? Was wollt Ihr denn...ach...Ihr sucht Khorash. Wendet Euch an Vicemagic in Unterstadt, er kann euch helfen."
"Wie kann ich Vicemagic in Unterstadt finden?"
"Wenn Ihr ihn seht, werdet Ihr wissen, dass er es ist. Er....fällt quasi auf wie ein bunter Hund." Ein breites Grinsen breitete sich über ihren Gesichtszügen aus.
"Ähm, okay. Vielen Dank Evilchen und möge die Erdenmutter Euch immer beschützen."

Es ist kein langer Weg von Brill nach Unterstadt, doch wann immer Bashan ein Geräusch am Wegesrand hörte, fuhr er zusammen. Er war nicht erpicht darauf Bekanntschaft mit der dunklen Fürstin zu machen.
Vor den zertrümmerten Toren von Unterstadt hielt Bashan kurz inne. Welche Verschwendung, dachte er sich. Er eilte, schneller als er es vor hatte, in Richtung der Fahrstühle, welche ihn in die Katakomben führen sollten, die heute als Unterstadt bekannt sind.
Er musste sich erst wieder daran gewöhnen, dass wieder Monstrositäten die Stadt bewachten. Die Kor'kron waren weitesgehend im Kampf gefallen und die wenigen Überlebenden schmorten in einer Zelle, wohl wissend, dass sie das Sonnenlicht nie wieder erblicken würden.
Da war sie nun - Unterstadt. Die Stadt sah...sehr lebendig aus, wenn das überhaupt die richtige Bezeichnung für ein reges Getümmel von Untoten war. Er lief durch Unterstadt und hielt Ausschau nach Vicemagic. Wie ein bunter Hund, erinnerte sich Bashan. Aber was könnte Evilchen damit gemeint haben? Als er um die nächste Ecke bog, wusste er nicht, ob er weinen oder lachen sollte, denn er sah was Evilchen ihm andeutete. Mitten in einer Schar aus Untoten stoch ein Pandarenmagier heraus. Das musste er einfach sein.
"Vicemagic!"
"Ihr kennt mich?"
"Evilchen sagte mir, ich würde euch hier antreffen. Ich hab eine wichtige Mission zu erledigen und benötige Eure Hilfe!"
"Warum schickt sie euch dann zu mir, ich bin mir sicher, sie hätte euch doch auch helfen können?"
"In dieser speziellen Situation nicht. Ich benötige ein Portal nach Shattrath. Ich muss jemanden in Nagrand finden."
"Wasser und Portale......."
"Ich verstehe nicht, Vicemagic."
"Sie schickt immer nur Leute zu mir, die Wasser oder Portale brauchen. Keiner kommt her, um mal ein normales Gespräch mit mir zu führen. Verzeiht, Ihr könnt nichts dafür. Nun denn, trete ein Stück zurück, ich werde sogleich das Portal für Euch öffnen."
Vicemagic zeichnete elegant Linien in die Luft und murmelte ein paar nicht verständliche Worte. Im selben Moment tat sich ein Portal vor den Augen des Tauren auf und er konnte durch das bläuliche Wabern die Stadt Shattrath erkennen.
"Ich danke Euch Vicemagic, möge die Erdenmutter stehts über Euch wachen."
"Danke Werter Tauren. Das soll Sie an diesem Ort ruhig äußerst gründlich tun."

Bashan trat durch das Portal nach Shattrath. Auf der anderen Seite angekommen, fand Bashan eine nahezu leere Stadt vor.
Nachdem die Übel der Scherbenwelt ausradiert waren, gab es für viele Abenteurer keinen Grund mehr hier zu verweilen. Der Kreuzzug gen Nordend, der Kataklysmus und das Auftauchen Pandarias rangen der Scherbenwelt dann auch noch Ihre letzten Abenteurer ab. Bashan konnte Khorash verstehen, warum er HIER nach Ruhe suchte. Wenn schon Shattrath, der Mittelpunkt der Schwerbenwelt, so menschenleer war, dann mussten die Randgebiete noch stiller und friedlicher sein.
Bashan besorgte sich etwas Proviant, informierte sich nach dem schnellsten Weg nach Nagrand und nahm letzten Endes den Windreiter nach Garadar. Kurz vor der Landung in Garadar konnte Bashan schon den Thron der Elemente bewundern. Sein Blick schweifte über die grünen Weiten von Nagrand und er konnte Khorash immer besser verstehen, warum er hierher gekommen war.
In der Nähe des Wasserfalls erinnerte sich Bashan und machte sich sogleich auf den Weg. Tatsächlich sah er an den Wasserfällen einen Tauren sitzen. Umhüllt von der Gischt des herabstürzenden Wassers sah der Schamane entspannt und...glücklich aus.
"Khorash?"
Er erhielt nur ein genervtes Brummen.
"Es tut mir Leid Euch stören zu müssen, Schamane, aber ich bringe eilige Kunde von Lawna."
"Hat man nicht mal hier seine Ruhe vor ihr.....was will sie? Wenn es nicht wichtig ist, geht einfach wieder."
"Es geht um ein Treffen in nun mehr vier Monden auf der Insel von Quel'Danas."
"Insel von Quel'Danas? Konnte sie nicht einfach nach Nagrand kommen? Sie kennt den Weg. Hat sie gesagt, was sie überhaupt will?"
"Nein Khorash, Lawna hat mir lediglich aufgetragen Euch die Botschaft des Ortes und Tages des Treffens zu überbringen. Wenn ich meine bescheidene Meinung einbringen darf..."
"...Ihr dürft. Ich bitte darum!"
"Ich denke, es ist wichtig. Ich wurde direkt vom Tempel des weißen Tigers entsandt. Minuten nach dem Ende des großen Treffens der Gilden der Horde mit dem Kriegshäuptling."
"Wissen die Anderen schon davon?"
"Ja Schamane, ich bin zuletzt nach Nagrand gekommen, um Euch zu benachrichtigen. Ich dachte mir, es sei Euch Recht noch ein wenig länger zu ruhen."
"Ich danke euch...."
"Bashan, werter Schamane."
"Ich danke euch, Weitläufer Bashan!"
Mit diesen Worten nahm Khorash die Gestalt eines Geisterwolfes an und eilte in Richtung Garadar.
Bashan war erleichtert. Er hatte die ihm übertragene Aufgabe innerhalb nichtmal eines Mondes erledigt. Erschöpft von seiner Reise, machte er allerdings keine Pause, auch wenn er liebend gerne selbst am Fuße des Wasserfalls einige Stunden verbracht hätte. Aber er wusste, dass seine Dienste zu dieser Stunde gebraucht wurden. Er blickte noch einmal zum Wasserfall und machte sich ebenfalls auf den Rückweg zum Tempel des weißen Tigers, um seinem Oberhäuptling zu berichten, dass er die Aufgabe der Stonetrees mit Eile, aber größter Sorgfalt erledigt hatte und nun für weitere Aufgaben zur Verfügung stand.
Bashan wandte sich vom Wasserfall ab und ging ebenfalls Richtung Garadar.

Nach fünf Monden wartete Lawna geduldig auf der Insel von Quel'Danas. Sie ging ein Stück am Strand spazieren und erinnerte sich an den lange vergangenen Kampf um die Insel und an den Kampf gegen Kil'jaeden.
Immer nur Krieg, Tod und Zerstörung. Ein Seufzen kam über ihre Lippen.
Doch sie wusste, es gab dieser Tage wichtigere Angelegenheit als in die Vergangenheit abzuschweifen und an alte Kämpfe zu denken.
Noch immer hatte sie sich nicht wirklich überlegen können, warum sie das bevorstehende Gespräch unbedingt hier abhalten wollte. Es war ihr klar, dass die Drei ihr genau diese Frage stellen würden. Sie konnte diese Frage nicht beantworten, egal wie lange und angestrengt sie darüber nachdachte. Durch den Spaziergang am Strand erhofft sie sich eine Eingebung, doch es überkamen sie nur die alten Bilder vom Kampf; von der Rückeroberung der Insel, dem Kampf um den Sonnenbrunnen und den Kampf gegen....das war es. Das war das fehlende Puzzlestück zu ihrem Gefühl, dass dies der richtige Ort für dieses Treffen war. Zufrieden ging sie zurück Richtung Hafen. Als sie an den Drachenreitern vorbei ging, kam ein Blutelf auf sie zu, sie kannte ihn. Es war der Bote, den ihr Lor'themar zur Verfügung stellte.
"Ich grüße Euch,Taraldor!"
"Ich grüße Euch, Lawna. Ich überbringe Euch die Nachricht, auf die Ihr gewartet habt. Sie sind hier!"
"Vielen Dank, Taraldor."
Der Blutelf zog sich zurück und Lawna zog sich der Magen zusammen. Der Zeitpunkt für die Neuigkeiten war gekommen. Sie musste nicht nur die letzten Befehle des Kriegshäuptlings überbringen, sondern wollte auch den anderen die Geschehnisse während des Prozesses im Tempel des weißen Tigers erzählen. Immer wenn sie sich daran erinnerte, überkam sie ein Gefühl der Übelkeit und ein ungewohntes Gefühl des Hasses, welches sie nicht gewohnt war. In Gedanken an die Geschehnisse versunken, bekam sie nichts mit, erst als jemand ihren Namen nahezu brüllte, wachte sie aus ihren Gedanken auf.
"LAWNA!", brüllte der Tauren Eeyore.
"Oh, Hallo, ich bin sofort bei euch."
Lawna eilte in das leere Gasthaus. Es hatte ein hübsches Sümmchen Gold gekostet, das Gasthaus an diesem Tag schließen zu lassen, aber die folgenden Gespräche waren nicht für andere Ohren gedacht. Nichtmal der Schankwart war zugegen.

Lawna

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Re: Die eisernen Stonetrees
« Antwort #1 am: November 02, 2014, 00:45:29 vorm. »
"Hallo ihr Drei. Ich danke Euch für Euer Kommen und heiße Euch auf der Insel von Quel'Danas willkommen!"
"Spar dir das, erzähl uns lieber, warum wir hier an den Arsch der Welt kommen mussten", brummte Eeyore sichtlich genervt.
"Natürlich. Doch noch eins vorab. Speisen und Getränke werden nicht gebracht, Ihr müsst euch selbst bedienen. Es geht....quasi alles aufs Haus", Lawna wusste das Sie der Appetit der beiden Tauren eine hübsche Stange Gold kosten würde.
"Bevor ich euch erkläre, warum wir uns genau hier, auf der Insel von Quel'Danas, treffen, möchte ich euch vom Prozess gegen Garrosh im Tempel des weißen Tigers erzählen."
"Wie Ihr sicher mitbekommen habt, wurde die Anklage durch Hohepriesterin Wisperwind und die Verteidigung durch Oberhäuptling Bluthuf vertreten. Mehrere Tage lang wurden Zeugen vernommen, darunter auch auf Seiten der Horde Erdenschamane Go'el, Hochfürst Saurfang und Kriegshäuptling Vol'jin. Von Seiten der Allianz wurde unter anderem die kürzlich gewählte Anführerin der Kirin'tor Jaina Prachtmeer, Prinz Anduin Wrynn und König Varian Wrynn vernommen. Am Ende der Verhandlung, nach den Abschlussplädoyers, stand es Garrosh frei sich noch einmal selbst zu den Vorwürfen und dem Prozess zu äußern. Dies tat er auch und zwar wie wir Ihn kennen: "Ich bereue NICHTS", waren seine Worte.
Wir alle erwarteten ein schnelles Urteil durch die Geschworenen, die Himmlischen Erhabenen, doch alles kam anders. Mithilfe eines bronzenen Drachen Namens Kairozdormu, der in Wirklichkeit zum Ewigen Drachenschwarm gehörte, gelang Garrosh die Flucht."
"WAS!?" schrien alle drei gleichzeitig.
"Wie konnten die Pandaren das zulassen. Wie konnten die Shado-Pan das zulassen. Und wie um alles in der Welt konnten die Himmlischen Erhaben DAS ZULASSEN!", warf Khorash verärgert in den Raum.
"Varian Wrynn hätte Go'el Garrosh einfach erschlagen lassen sollen, dann wäre das Thema vom Tisch...." ärgerte sich die Priesterin Evilchen.
"Meine Freunde, hört mir weiter zu. Es kommt...leider noch schlimmer. Garroshs Flucht wurde nicht nur von Kairosz unterstützt, sondern auch von Shokia, Thalen Sangweber und.."Lawnas Stimme wurde leiser, "...Kriegsfürstin Zaela und ihrem Drachenmalklan!"
"Unmöglich. Zaela ist tot. Sie fiel in der Schlacht von Galakras Rücken. So einen Sturz kann niemand überleben!" war sich Eeyore sicher.
"Und doch hat sie ihn überlebt. Wir haben bei der Schlacht viele gute Krieger verloren. Waren am Ende aber doch...nein, es war kein Sieg. Garrosh war verschwunden und Zaela zog sich daraufhin triumphierend zurück. Wir hatten am Ende Glück. Wir, die Horde, aber auch die Truppen der Allianz. Varian Wrynn wurde von Shokia angeschossen und fiel beinahe Zaela zum Opfer und Jaina Prachtmeer konnte nur durch die Hilfe des Erhabenen Chi-Ji vor dem Tod bewahrt werden. Es war ein schlimmes Massaker..."
Lawna hielt kurz inne, die Erinnerungen an die Schlacht schwappten in ihr über, das Leid der Zivilisten, der unnötige Tod vieler Leute durch die kleinen Manabomben.....diese Wunde würde noch lange Zeit blutem.
"Nach diesen schrecklichen Ereignissen versammelte Vol'jin alle Gildenoberhäupter der Horde und erklärte ihnen die Situation" führ sie fort. "Garrosh ist nicht nur irgendwohin geflohen, sondern er ist irgendwannhin geflohen."
"Wa soll das heißen irgendwann?" hakte Evilchen nach.
"Kairosz half Garrosh bei der Flucht, mit der Gabe seines Schwarms. Sie verschwanden in der Zeit."
"Ist das nicht gut für uns? Garrosh ist weg. Soll er sich doch in einer alternierenden Realität austoben. Wen stört das?" sprach Eeyore aus.
"So einfach ist das leider nicht. Chromie erklärte uns, dass Kairosz durchaus die Macht hat Garrosh auch wieder zu uns zu bringen. Was immer sie aushecken, es wird wieder auf unsere Welt zurückfallen, zumal Furorion auch mit in diesem Komplott steckt."
Niemand sagte etwas, aber Lawna konnte die Verwunderung in den Gesichtern ihrer Offiziere sehen.
"Wir alle, sowohl Horde als auch Allianz, haben Furorion auf Pandaria Dienste erwiesen, für die wir auch fürstlich belohnt wurden. Doch den letztendlichen Preis haben wir noch nicht bezahlt. Keiner kann sagen, was der Letzte des schwarzen Drachenschwarms vorhat. Nur die Zeit wird dies zeigen. Doch bis dieser Tag kommt, sollen allen Gilden beraten, wo, oder besser gesagt wann Garrosh am ehesten sein könnte. So können wir den Bronzenen helfen, die dann die Zeitlinie fixieren können. Außerdem...."
"Außerdem! Als ob ich gewusst hätte, dass es nicht beim Nachdenken bleiben sollte", spottete Khorash.
"Außerdem sollen wir Augen und Ohren nach den drei Verrätern offen halten. Jeder, der Sie findet, darf...wie nannte es Vol'jin...verfahrt mit Ihnen, wie sie es verdient haben. Chi-Ji gab uns noch Folgendes mit auf den Weg:
Mit unserem Segen und dem Wissen, das Ihr in Euren Herzen und in Eurem Geist hinzugewonnen habt, könnt Ihr nun wieder in die Welt hinausgehen und tun, was getan werden muss.
Ihr alle wisst, was das bedeutet. Wir müssen die Verräter und vor allem Garrosh finden und dem Ganzen endlich ein Ende setzen. Auch wenn die Pandaren sicher ein neues Verfahren anstreben, so sind sich doch Horde und Allianz in einem Punkt einig: Garrosh darf nicht noch ein weiteres mal Gnade zuteil werden. Der Orc muss sterben!"
"Ich teile eure Auffassung und die des Kriegshäuptling, aber da gibt es noch eine Sache, die Ihr uns erklären wolltet. Warum treffen wir uns hier, an diesem Ort?" wollte Khorash wissen.
"Das ist mir selbst erst vor einigen Stunden klar geworden. Seht Ihr, Quel'Danas steht für die Rückkehr und das Ende eines grausamen, fehlgeleiteten Anführers der Blutelfen. Ihr kennt Ihn alle und Ihr wart alle an dem Kampf gegen Ihn beteiligt. Kael'thas Sonnenwanderer! Er war unser Anführer, er sollte uns eine bessere Zukunft für unser Volk aufzeigen, doch stattdessen hat er uns verraten und verkauft. Wir dachten, nach dem Kampf in der Festung der Stürme wäre alles vorbei. Doch mussten wir feststellen, das er zur Terrasse der Magister zurück gekehrt war, nur damit er dort eine erneute Niederlage erfuhr. Dies erinnert mich an die Geschichte von Garrosh. Ein Anführer, der sein Volk verriet, für tot gehalten wurde und doch erneut seine Schreckensherrschaft erneuerte. Doch auch er, genau wie Kael'thas, wird scheitern"
"Ich verstehe..." murmelten die drei.

In diesem Moment eilte ein Ihnen allen bekanntes Gesicht in das Gasthaus.

"Was können wir für dich tun, Zottel?" begrüßte Lawna die Untote Schurkin.
"Ich überbringe euch Kunde aus den Verwüsteten Landen. Das Portal, es hat sich blutrot gefärbt und eine Welle von....Orcs schritt durch die Pforte. Orcs, die ich noch niemals....."
"WAS?" blaffte Lawna Zottel an, wohl wissend, dass sie doch nichts dafür konnte.
"Ich erfuhr davon in Orgrimmar. Chromie, Oberhäuptling Bluthuf und Kriegshäuptling Vol'jin informierten ein Mitglied jeder Gilde um die Oberhäupter auf ihren Versammlungen davon zu unterrichten. Chromie vermutet, dass die blutrote Verfärbung des Portals darauf hindeutet, dass es nicht mehr zur Scherbenwelt geöffnet ist sondern in eine andere Realität. Ich hab das nicht ganz verstanden, aber Vol'jin sagt ich solle euch Folgendes ausrichten: Garrosh ist zurück!. Ihr könntet etwas damit anfangen, wurde mir gesagt. Inzwischen wurde selbst Khadgar an der Pforte gesichtet. Doch selbst er konnte nicht verhindern, dass die Orcs hindurch schritten."
"Diese "Orcs", weiß man bereits, wer Sie sind?" wollte Khorash wissen.
"Nein, allerdings haben sie in kürzester Zeit alle Stützpunkte von uns und der Allianz überrannt und übernommen. Wäre es keine schlechte Nachricht, wäre ich von ihrer Effizienz beeindruckt. Man weiß nur, dass sie sich selbst als Die eiserne Horde bezeichen."
"Die eiserne Horde...."grübelte Lawna. "Das klingt alles nicht gerade erbaulich. Zottel, trommel alle Mitglieder der Stonetrees zusammen und sag ihnen, wir treffen uns in den Verwüsteten Landen."
"Wie Ihr wünscht, Lawna!"
Mit diesen Worten verschwand die untote Schurkin, diesmal allerdings, wie man es gewohnt war, lautlos.
"Was wollen wir dort bitte?" wollte Evilchen wissen.
"Müssen wir wieder gegen Orcs in den Kampf ziehen und unsere eigenen Verbündeten töten?" fragte Khorash.
"Lass uns doch in Orgrimmar treffen, dort können wir in Ruhe alles besprechen." schlug Eeyore vor.
"Nein, das ist zu wichtig. Es kann kein Zufall sein, dass sich dieses Geschehen so kurz nach Garroshs Verschwinden ereignet. Wie Vol'jin sagte, Garrosh ist zurück!. Ich denke, er hat Recht, auch wenn Garrosh noch keinen Fuß auf Azeroth gesetzt hat. Er muss der Auslöser für dieses Ereignis sein. Wir müssen an der Quelle nach Antworten suchen und nicht auf Kalimdor Ratespiele spielen, was in den Verwüsteten Landen vor sich geht. Mein Entschluss steht fest, die Stonetrees greifen in das Geschehen in den Verwüsteten Landen ein. Wir helfen die Invasion zu stoppen und sollte es der Wille des Kriegshäuptling sein, so werden wir auch durch dieses verdammte blutrote Portal schreiten und auf der anderen Seite wo oder wann das auch immer sein mag, dafür Sorge tragen, dass alles dort ein Ende findet. Wir brechen auf und begutachten das Portal."
"Jetzt?" fiel Ihr Evilchen ins Wort.
"JETZT!" antwortete die Blutelfe.
Lawna schritt voran, hinaus aus dem Gasthaus, und hielt nach Taraldor ausschau. Sie musste nicht lange suchen, der Blutelf hielt sich in der Nähe des Gasthauses auf. Lawna wusste, dass Taraldor nicht nur ein guter Bote war, sondern auch in den Künsten der Magie begabt war. Es war also eine Fügung des Schicksals, dass genau ER ihr zugeteilt worden war.
"Taraldor, bitte öffne uns ein Portal in die Verwüsteten Lande. Wir müssen dort.....etwas überprüfen."
Lawna konnte Taraldor unmöglich in die aktuellen Geschehnisse einweihen. Diese Bürde, das Volk der Horde einzuweihen, oblag dem Kriegshäuptling.
"Natürlich, Lawna", antwortete Taraldor.
Ohne weitere Fragen zu stellen beschwor er ein Portal zu den Verwüsteten Landen.
"Merkwürdig..." entfuhr es ihm.
"Was meint Ihr, Taraldor?" fragte Evilchen.
"Das Portal ist offen, dies sind die Verwüsteten Lande, allerdings ist es aufgrund der arkanen Ströme üblich, dass das Portal stehts vor dem dunklen Portal geöffnet wird. Ich sehe hier nur ein kleines Lager auf einer Klippe am Rande der Verwüsteten Lande".
Einerseits gefiel das auch Lawna nicht, aber andererseits war sie auch ganz froh darüber, dass Taraldor das angeblich blutrot gefärbte Portal nicht sehen konnte.
"Ist die Reise sicher?", fragte Lawna.
"Das ist sie, das Portal ist makellos, nur eben am falschen Ort geöffnet. Es gibt keine Probleme, wenn Ihr hindurch schreitet."
"Vielen Dank, Taraldor."
Mit diesen Worten schritten alle vier durch das Portal, wissend, dass sie einer unbekannten Zukunft entgegen eilten.
Werden die Stonetrees mit diesen Ereignissen fertig? Sie mussten schon so vieles überstehen. Seit Jahren waren sie nur am Kämpfen. Der erste Kampf gegen den Feuerlord, der Verrat von Nefarian und seiner Schwester Onyxia, der Angriff der Qiraj, die Schrecken der Nekropole. Kaum von diesen Geschehnissen erholt, folgte der brennende Kreuzzug in die Scherbenwelt, die Schlachten um Nordend, der Kataklysmus und die letzten Schlachten auf Pandaria und gegen die eigene Hauptstadt und gegen ehemalige Freunde. Alle hatten gehofft, dass nun endlich eine Zeit der Ruhe und des Friedens einkehren würde.

Doch wieder lässt der dumpfe Hall der Kriegstrommeln die Erde erbeben.