Autor Thema: Schatten am Horizont  (Gelesen 626 mal)

Lawna

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Schatten am Horizont
« am: Juli 17, 2016, 23:50:45 nachm. »
Sonnenstrahlen fallen durch das dichte Laubdach der Bäume und trocknen den noch mit Tau überzogenen, moosigen Boden des Immersangwaldes. Das Zirpen der Grillen, das Zwitschern der Vögel und das Plätschern eines nahen Flusses erwecken die Gegend zu einem harmonischen Ort. Mitten in dieser Kulisse schlendert eine Paladin mit Ihrem Ross durch den Wald.

Die Blessuren der vergangenen Schlachten sind sowohl ihr,als auch ihrem Ross anzusehen, obwohl beide den Schlachtpanzer bereits seit Monaten abgelegt haben. Der Schlachtzug durch das Portal nach Draenor hat tiefe Wunden gerissen. Die eigenen Wunden am Körper sind dabei das kleinste Übel.

Und so schlendert die Paladin ziellos und in Gedanken versunken durch die Tiefen des Immersangwaldes. Immer wieder schweifen ihre Gedanken zu den vergangenen Geschehnissen; zu den Schlachten auf Draenor und vor allem zu den gefallenen Freunden und Helden. Immer wieder ertappt sie sich dabei, wie sich ihr Gemüt verdunkelt und eine ungewohnte Melancholie über sie kommt.
Immer wieder stellt sie sich die Frage wie es weiter gehen soll…wie es weiter gehen kann.
Die letzten Jahre voller Schlachten sind alles andere als spurlos an ihr vorüber gezogen.

Immer noch in Gedanken versunken bemerkt sie die sich ihr nähernde Wolfsgestalt nicht. Erst als der Wolf direkt vor ihr steht nimmt sie ihn war. Sie ertappt sich dabei wie sie instinktiv nach ihrem Schwert und Schild greifen will, doch ihre Waffen hat sie schon seit längerem abgelegt.
Indes ändert sich die Erscheinung des Wolfes in eine beeindruckend große Gestalt. Ein Tauren, um genau zu sein. Ein Tauren, den sie kennt. Sie schreckt bei dem Gedanken zurück, dass sie ihn angreifen wollte, weil sie zu sehr mit ihren Gedanken beschäftigt war.
„Hallo Dulac, schön dich zu sehen. Was treibt dich in diese Wälder zu solch früher Stunde?“
„Ich war auf der Suche nach Euch Lawna. Es gibt…Gerüchte…“
„Gerüchte? Wie darf ich das verstehen? Gerüchte um was genau?“
„Es gibt Gerüchte um eine neu entdeckte Inselgruppe auf der beunruhigende Geschehnisse passiert sein sollen.“
„Geht das etwas genauer? Woher stammen diese Gerüchte?“
„Nichts Genaues ist bekannt. Ein Wyvernreiter traf schwer verletzt in Orgimmar ein, sein Wyvern vor Erschöpfung dem Tode nahe und wurde unverzüglich zum Kriegshäuptling gebracht. Er stammelte irgendetwas von „Tot…alles verloren…Auslöschung“, aber ohne jeden Kontext. Mehr ist nicht bekannt, da lediglich der Kriegshäuptling und seine engsten Berater bei der Befragung zugegen waren. Wie sich allerdings heraus gestellt hat, war es ein Späher eines Hochseeflottenverbandes, welcher auf Patrouille zwischen den Kontinenten unterwegs war….“
„Ihr spracht von einer Inselgruppe!“ wirft Lawna ein.
„…ja genau, die ist lediglich ein Gerücht welches in Orgrimmar die Runde macht. Alles unbestätigt! Alles Gerüchte, die es aus der Halle des Kriegshäuptling geschafft haben. Aber auch Gerüchte enthalten immer einen Funken Wahrheit und sollten genauestens …“
Dulac wird durch ein lautes Beben unterbrochen. Er und Lawna schauen sich um und können schon nach kurzer Zeit den Grund für das Beben ausmachen. Eine Kodobestie samt Reiter bahnt sich in schnellem Tempo ihren Weg durch den Immersangwald und hält direkt auf sie zu. Sowohl der Reiter als auch seine Kodobestie sind in kompletter Schlachtmontur mit dem Zeichen der Horde geschmückt. Am Sattel der Bestie sind verschiedene Banner angebracht. Lawna erkennt sofort eines der Banner…es ist das Banner der Stonetrees.
„Lawna von den Stonetrees?“ grollt der Tauren.
„Das bin ich. Wie kann ich euch helfen?“
Der Tauren nimmt das kleine Banner der Stonetrees und wirft es Lawna zu. Wie Lawna sofort bemerkt ist am unteren Ende des Banners ein Pergament mit dem Siegel des Kriegshäuptlings angebracht.
„Lest dies und Ihr wisst was zu tun ist…Lebt wohl.“
Noch während des Satzes poltert der Tauren mit seinem Kodo weiter ohne auf eine Antwort von Lawna zu warten. Allerdings erwartete er wohl auch keine Antwort, da das Schreiben direkt aus Orgrimmar kommt und noch dazu das Siegel des Kriegshäuptlings trägt. Er scheint es allerdings auch eilig zu haben, hängen doch noch dutzende Banner an seinem Sattel.
Als der Kodo und sein Reiter im dichten Wald nur noch durch das Donnern seiner Hufe auszumachen sind, nimmt Lawna das Pergament vom Banner. Sie setzt sich an einen Baum, legt das Banner auf die Seite und bricht das Siegel, um die Schriftrolle entfalten zu können. Nach nur wenigen Zeilen zieht sich ihr der Magen zusammen und ein schreckliches Gefühl überkommt sie.
„Ist alles in Ordnung Lawna?“ fragt Dulac.
Sie schreckt zusammen, hatte sie doch komplett vergessen, dass der Tauren noch da ist.
„Tut mir Leid Dulac. Ich muss...ich habe…“ Lawna muss kurz ihre Gedanken sammeln, der Schock über den Inhalt der Nachricht sitzt noch zu tief. „Ich muss mich jetzt um den Inhalt der Nachricht und die damit verbundenen Pflichten kümmern. Ich danke dir für deine Informationen aus Orgrimmar. Ich lasse die Stonetrees sobald wie möglich wissen was ich erfahren habe. Bis bald Dulac.“
Mit diesen Worten schwingt sich Lawna auf ihr Ross und eilt davon.
„Das alles darf nicht wahr sein, es muss einfach falsch sein…es muss ein Irrtum sein“…begleiten sie ihre Gedanken auf dem Weg nach Silbermond. Den ganzen Weg durch den Wald versucht sie ihre Gedanken zu ordnen und zu beruhigen. Vor den Toren Silbermondes angekommen hat sie es zumindest geschafft ihre Gedanken zu ordnen, wenngleich sie auch alles andere als beruhigt ist. Sie schreitet schnellen Fußes über den königlichen Markt, vorbei am Platz der Weltenwanderer und steht letztendlich im Sonnenhof mit Blick auf den beeindruckenden Sonnenzornturm. Sie setzt sich auf eine Bank an den Wasserfall des dort angelegten Teiches.
„Wie soll es weiter gehen? Kann die Nachricht der Wahrheit entsprechen? Wir haben doch alles Nötige unternommen, um diesem Schrecken ein für alle Mal Einhalt zu gebieten. Ich verstehe nicht wie sie sich davon erholen konnten…und vor allem: Was bedeutet dies nun für uns; für die Stonetrees? Und was bedeutet das für mich?“

Zur gleichen Zeit im weit entfernten Orgrimmar.
„…und ich sage dir, das ist Quatsch!“ raunt Khorash.
„Blabla, mein Informant ist absolut glaubwürdig. Ein alteingesessener Bewohner der Gasse. Wenn er nicht die Wahrheit sagt, dann kannst du niemanden in der Gasse mehr vertrauen.“ rechtfertigt sich Vijec.
„Ja….das sage ich doch, alles Quatsch. Die Informationen aus der Gasse sind wie immer nur eines: Ein Lauffeuer, welches in Windeseile, Danke der Erdenmutter, wieder erlischt. Selbst wenn ich glauben würde, was dein Informant meint wissen zu wollen, meinst du nicht man würde uns informieren? Über die Entdeckung Pandarias wurden wir immerhin auch sofort informiert. Warum sollte man uns nun die Entdeckung eines neuen Eilands verheimlichen?“.
„Vielleicht, weil dort merkwürdige Dinge vor sich gehen, die…“
„…das weißt du sicher auch wieder von deiner „vertrauenswürdigen“ Quelle?“
„Nein, da bin ich selbst drauf gekommen…Der Horde die Entdeckung vorzuenthalten kann nur bedeuten, dass bei der eigentlichen Entdeckung irgendetwas gesichtet wurde, das im Vorfeld geklärt werden muss. Vielleicht wurde die Flotte sogar angegriffen und es wird aktuell diskutiert wie man mit dieser Bedrohung umgehen soll.“
„Mmmh, du könntest recht haben, Troll. Sich diskussionslos in die Schlacht zu werfen kann sich die Horde nicht mehr leisten. Zu viele Verluste haben wir in den vergangenen Dekaden des Krieges hinnehmen müssen.“
„Wir werden sicher bald aufgeklärt. Sollte es irgendwelche Geschehnisse geben, die den Fortbestand der Horde gefährden oder sollten Expansionspläne geschmiedet werden, wird Lawna darüber in Kenntnis gesetzt werden. Dann wissen auch wir es bald.“
„Du hast recht, vorausgesetzt an der ganzen Sache ist auch nur ein Fünkchen Wahrheit. Ich muss nun weiter, Vijec. Sollte ich etwas erfahren, werde ich dich informieren. Auf bald.“
„Bis bald, Khorash.“
Khorash schreitet schnellen Fußes zu einem Fahrstuhl in der Gasse, um auf kürzestem Wege zum ansässigen Windreitmeister zu kommen. Es zieht ihn wieder nach Hause, lange genug war er nun in der engen, überfüllten Hauptstadt zu Besuch. Auf der oberen Ebene angekommen blickt er noch einmal zurück zum Haupttor Orgimmars und über die weiten Durotars. „Jedes mal wieder ein beeindruckender Anblick!“  Auf der Hauptstraße in Richtung Klingenhügel sieht er gerade noch wie Vijec auf seinem Raptor in Richtung Sen’jin verschwindet.

Unterdessen in Donnerfels.
„Eyeyey, das ist alles gar nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt habe.“ grummelt Eeyore vor sich hin.
Eeyore hat vor einiger Zeit eine Fortbildung begonnen, um neben den Schlachten im alltäglichen Leben besser bestehen zu können. In der Vergangenheit ist aufgrund der immerwährenden Schlachten die Ausbildung leider oft auf der Strecke geblieben, was Eeyore zunehmend ärgerte und zurückwarf. Nachdem die Legion in der Höllenfeuerzitadelle vorübergehend besiegt wurde, konzentriert sich Eeyore nun komplett auf seine Studien. Sehr zum Bedauern seiner Gilde, fehlt ihnen dadurch doch ein wertvoller Mitstreiter. Aber alle drücken Eeyore die Daumen, dass er seine Fortbildung erfolgreich übersteht und anschließend stärker denn je zum Gildenleben zurückkehrt.
„Hallo Eeyore. Wie läuft deine Fortbildung?“ hört er, aber kann niemanden ausmachen.
„Huhu, hier bin ich. Wie geht es dir?“ antwortet die Stimme und plötzlich fällt ihm Halakai ins Blickfeld.
„Grüß dich Halakai. Danke, mir geht es gut und die Fortbildung läuft bestens. Ich bin in den letzten Schritten und kann bald meine abschließenden Prüfungen in Angriff nehmen. Ich bin aber ganz froh, wenn der Stress bald vorüber ist. Wie ist es dir ergangen in den letzten Monden?“
„Das freut mich zu hören. Mir ist es gut ergangen. Ich habe mich die letzten Monde ein wenig zurückgezogen, um über meine Zukunft zu meditieren.“
„Und was ergab deine Meditation, wenn ich fragen darf? Hast du Führung durch deine Ahnen erhalten?“
„Leider führten mich meine Ahnen nicht auf einen bestimmten Pfad. Ich habe verschieden Wege aufgezeigt bekommen und muss mich nun für einen entscheiden. Deswegen schlendere ich durch die Hauptstadt, nach mehreren Monden einsamer Meditation kann ich, so seltsam das klingt, bei dem Lärm der vielen Leute ein wenig entspannen und nachdenken", sagt Halaki lachend.
„Das klingt allerdings seltsam. Ich wäre froh gewesen bei meinen Studien zur Fortbildung einsam gewesen und nicht hier dem Lärm ausgesetzt zu sein.“
„Na, du hast es ja bald geschafft und dann können wir wieder mit der ganzen Gilde durch die Lande streifen. Hoffentlich mal nicht als Schlachtzug, sondern nur als Freunde und Forscher. Ich muss mich dann auch wieder auf den Weg machen. Die viele Meditation macht auch hungrig. Auf bald Eeyore und noch weiterhin viel Glück und Erfolg!“
„Vielen Dank, Halakai, das kann ich gerne erwidern. Auf bald!“
Mit diesen Worten trennen sich vor erst wieder die Wege der beiden Tauren. Halakai verschwindet schon bald im Getümmel der Hauptstadt. Eeyore lehnt sich kurz in seinem Stuhl zurück, genießt die warme Sommersonne und denkt über Halakais Worte nach „..als Freunde und Forscher.“. Ein lächeln zeichnet sich auf seinen Lippen ab und er stürzt sich wieder in die Arbeit.

Wieder zurück in Silbermond sitzt Lawna noch immer auf der Bank im Sonnenhof. Es ist mittlerweile früher Abend, doch noch immer erstrahlt die Sommersonne mit voller Kraft. Das wohlige Klima ist ein Segen nach dem kühlen, regnerischen Frühling.
Ihre Gedanken haben sich noch immer nicht zur Gänze geordnet. Was die Nachricht aus Orgrimmar für die Stonetrees bedeutet, darüber ist sich Lawna mittlerweile im Klaren. Kann es hier doch nur einen Weg geben, auch wenn dieser mal wieder nicht der Weg ist, den sich viele gewünscht hätten. Was es allerdings für sie selbst bedeutet, da ist sie sich noch nicht sicher.
„Es hilft nichts, ich muss die anderen darüber informieren. Dies ist eine Entscheidung, die ich nicht allein und heimlich treffen kann“, murmelt Lawna vor sich hin.
Mit diesen Worten springt sie auf und macht sich auf den Weg zu ihrem Haus. Es gibt Vieles vorzubereiten und mal wieder viel zu wenig Zeit dafür.
Zu Hause angekommen setzt sich Lawna an ihren Arbeitsplatz und zückt sogleich Feder und Tinte, um ein Schreiben aufzusetzen. Um die Gildenführung zu informieren, erhofft sie sich die Hilfe von Bashan, dem Weitläufer, welcher schon vor dem Draenorschlachtzug die Gildenführung informierte. Sie würde gerne alle selbst besuchen oder zu sich einladen, doch die Zeit ist zu knapp. Im Schreiben des Kriegshäuptlings wurde eine Frist von nur wenigen Tagen gesetzt, um am Ort der Tagung des Kriegsrates einzutreffen. Seltsamerweise findet der Kriegsrat nicht in Orgrimmar statt, sonst hätte sie zumindest Khorash mitnehmen können. Der Kriegsrat tagt dieses mal im Alteractal, direkt auf dem Feld des Kampfes.
Somit muss sie Bashan die Anweisungen für die Gildenführung direkt mit auf das Pergament schreiben, in der Hoffnung, dass er die Aufgabe annimmt. Auf Antwort kann sie nicht warten.
„Werter Bashan,
Ihr habt der Gilde Stonetrees bereits treue Dienste vor den Draenorschlachtzügen erwiesen und wieder ersuche ich Eure Hilfe in Tagen der Not. Ein dunkler Schatten zeichnet sich am Horizont ab und auch die Stonetrees müssen ihren Teil dazu beitragen, um den Horizont erneut erleuchten zu lassen.
Bitte macht Euch wieder auf den Weg zu meinen treuen Weggefährten Eeyore, Evilchen und Khorash. Ihr müsst sie in meinem Namen anweisen sich in fünf Monden mit mir auf der Mondlichtung am nordöstlichen Ufer des Sees Elune’Ara zu treffen.
Es ist mir leider nicht gestattet Euch den genauen Grund zu nennen, aber seid versichert, es hängt mehr denn je davon ab. Ihr müsst die drei unbedingt davon überzeugen sich auf den Weg zu machen.
Khorash werdet Ihr in Orgrimmar in der Gasse finden, Eeyore wird in seinem Haus in Donnerfels anzutreffen sein und Evilchen ist hoffentlich noch in Brill. Bei Evilchen bin ich mir leider nicht sicher, haben wir nun schon seit Längerem nichts mehr von ihm gehört. Zur Not könnt Ihr jedoch Vicemagic in Unterstadt finden und ihn bitten die Nachricht an Evilchen weiterzugeben.
Ich hoffe, Ihr könnt den Auftrag übernehmen, denn ich kann nicht auf eine Antwort warten. Einen Treffpunkt mit dem Kriegsrat gilt es einzuhalten.
Möge das Licht stets über Euch wachen. Lawna“

Lawna bringt das Pergament noch in der gleichen Nacht auf den Weg zu Bashan und wendet sich daraufhin in Richtung Waffenkammer, um sich ihre und die Rüstung ihres Rosses abzuholen. Wäre sie nicht längst über den Kriegsrat informiert, würde sie sich wundern, warum in dieser Nacht in der Waffenkammer die Hölle los ist. Nach mehreren Stunden des Wartens und einigen Plaudereien mit den ebenfalls Wartenden erhält Lawna endlich ihre Rüstungen.
Sogleich zäumt sie ihr Ross und legt ihm die Panzerung an, ehe sie sich um ihre eigene Rüstung kümmert. Merkwürdigerweise fühlt sich die Panzerung schwerer an als noch vor Monaten. Doch am Gewicht der Rüstung liegt es nicht, vielmehr wiegt die Verantwortung, die mit der Rüstung einher geht, schwerer als je zuvor.  Sie verstaut Schild und Schwert und schwingt sich in den Sattel. Ein kurzer Seufzer kommt ihr über die Lippen und sie trabt an in die Dunkelheit, wohl wissend wohin sie dieser Weg wieder einmal führen wird.

Am nächsten Morgen trifft Bashan in Orgrimmar ein. Trotz der frühen Stunde ist die Stadt schon sehr geschäftig. Man hat sich vom Fall Orgimmars unter Garroshs Herrschaft trotz des Kreuzzuges durchs dunkle Portal erholen können. Bashan biegt in die Gasse ein und macht sich auf die Suche nach Khorash.
 „Wohnt Khorash überhaupt hier oder kann man ihn hier nur antreffen? Mist, die Info wäre wohl nicht ganz verkehrt gewesen.“
Bashan schreitet die Häuser ab und hält Ausschau nach einem Tauren. Tauren hat er zwar gefunden, aber leider nicht Khorash, auch bei den Häusern bleibt er erfolglos.
„Es fehlt nur noch Khorash…verdammt…!“
„Kann ich euch helfen?“ wird Bashan gefragt.
Verdutzt dreht er sich um und steht vor einem Troll. Er mustert ihn, wobei ihm auffällt, dass der Troll wie viele Mitglieder der Horde ebenfalls von den unzähligen Schlachten gezeichnet ist. Was aber viel wichtiger ist, dieser Troll trägt das Wappen der Stonetrees.
„Ihr seid ein Mitglied der Stonetrees?“
„Das bin ich. Vijec mein Name und nochmals die Frage: Kann ich euch helfen?“
„Das könnt Ihr allerdings. Ich muss Khorash ausfindig machen, ich habe eine wichtige Nachricht für ihn. Leider habe ich als Aufenthaltsort nur mitgeteilt bekommen, dass er in Orgrimmar in der Gasse anzutreffen sei. Allerdings suche ich nun bereits schon ein paar Stunden und leider ohne Erfolg.“
„Normalerweise könnt ihr Khorash hier antreffen, diese Information ist schon korrekt. Er geht seinen Geschäften in der Gasse nach und ist dementsprechend jeden Tag hier zu finden. Allerdings habe ich zuletzt vor einigen Tagen mit ihm gesprochen und seitdem ist er nicht mehr zurückgekehrt.“
„Ist etwas vorgefallen?“
„Ich möchte nicht unhöflich sein, aber das geht euch nichts an. Ich denke eher, er hat sich mal eine kleine Auszeit genommen. Ich kann euch zwei Orte nennen, an denen ihr Khorash finden könnt. Entweder findet ihr ihn am See zwischen Feralas und Silithus beim Entspannen oder ihr findet ihn in der Nähe von Siegeswall in den Grizzlyhügeln in Nordend.“
„Dann hoffe ich mal ich finde ihn noch in Kalimdor. Die Reise nach Nordend wird zu viel Zeit in Anspruch nehmen….nichts desto trotz, ich danke Euch Vijec. Auf Bald!“
„Auf Bald!“
Bashan hofft, dass er Khorash beim auf dem Berg liegenden, See hinter Feralas antreffen würde. Sollte er gezwungen sein nach Nordrend aufbrechen zu müssen, könnte Khorash zu spät zum Treffen auf der Mondlichtung kommen. Er eilt zum Windreitmeister und macht sich auf den Weg Richtung Feralas.

Lawna

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Antw:Schatten am Horizont
« Antwort #1 am: Juli 17, 2016, 23:51:09 nachm. »
Unterdessen bereiten sich Evilchen und Eeyore auf die Reise nach Mondlichtung vor.
Eeyore war hoch erfreut, als er hörte, dass das Treffen erst in mehreren Monden stattfinden würde. Zu diesem Zeitpunkt hätte er den kritischen Stand der Fortbildung schon hinter sich gelassen und könnte sich dann ganz auf das anstehende Treffen konzentrieren.
„Ein wichtiges Treffen…dunkle Schatten am Horizont…leider alles sehr vage Aussagen, aber es las sich so, als ob Lawna nicht die nötige Zeit hatte und ebenfalls nicht mehr wusste, um genauere Informationen weiterzugeben. Ich bin mal gespannt was sich wieder zusammenbraut. Ein gutes Gefühl habe ich bei der Sache allerdings jetzt schon nicht.“
„Immer dieses Rumgereise quer durch die ganzen Königreiche. Können wir das nicht mal bei mir zu Hause machen…oder bei ihr zu Hause, selbst das ist näher. Aber nein….Mondlichtung dieses Mal“, ärgerte sich Evilchen. Ihn hatte Bashan in der Bibliothek von Brill erreichen können. Aber Gott sei Dank hatte er noch ein wenig Zeit, besuchte Bashan ihn als erstes, da ihn die Nachricht über seine Aufgabe auf einer Reise in Tirisfal erreichte.

Mittlerweile erreicht der Wyvern Feralas. Elegant bahnt er sich seinen Weg durch das dichte Wirrwarr von Baumkronen hindurch. Unter ihm zieht die mit alten Ruinen übersäte Wildnis Feralas dahin. Ruhig ist es hier geworden, seit fast einem Jahrzehnt besucht kaum noch jemand diese Idylle. Wobei vielleicht auch die Oger daran Schuld sein könnten, die nach wie vor die Ruinen besetzen. Was sie dort immer noch suchen, ein Rätsel.
Bashan erschreckt, als er laute Schreie aus genau der Richtung hört, in der der See zu finden ist. Er treibt den Wyvern an sich zu beeilen. „Hoffentlich komme ich nicht zu spät….“ schießt es ihm durch den Kopf. Die letzte Baumkrone ist erreicht, die Sonnenstrahlen dringen durch das dichte Laubwerk und rauben Bashan die Sicht auf das, was vor ihm liegt, aber er ist bereit sich in den Kampf zu werfen.
Ein kurzes Zucken geht durch den Wyvern, als Bashan beherzt anfängt zu lachen und dabei fast heruntergefallen wäre. Die von ihm als Kampfschreie interpretierten Laute entpuppen sich als schreiende, spielende Kinder im See. Erleichtert steuert er den Boden an, steigt vom Wyvern und macht sich auf die Suche nach Khorash. Lange dauert seine Suche nicht. Der Schamane sitzt mitten auf dem See und scheint in einer tiefen meditativen Phase zu sein „…oder er schläft!“ schmunzelt Bashan. Bashan schnappt sich ein am Ufer liegendes Boot und paddelt damit Khorash entgegen. „Ha, er schläft!“ beschloss Bashan, nachdem er das Schnarchen nicht mehr überhören konnte.
„Khorash?“ Bashan fragt in leisem Ton –  er wollte nicht, dass Khorash sich erschreckt und baden geht.
„Khorash?“ sagte er nun in lauterem und bestimmenderen Ton, nachdem keine Reaktion kam.
Bashan schöpft etwas Wasser mit seinen Händen aus dem See und und spritzt dieses vor Khorash auf die Wasseroberfläche, in der Hoffnung ihn durch die Spritzer aufzuwecken. Der Plan geht auf.
„Was soll das bitte?“ grummelt Khorash verschlafen.
„Ich bitte um Entschuldigung, Khorash, doch ich habe eine wichtige Botschaft für Euch. Doch lest selbst.“ Bashan überreicht Khorash das ihm von Lawna gesandte Pergament.
„Hilfe…Schatten…beitragen…erleuchten…alle drei von uns…MONDLICHTUNG, ohmannohmann. Darf mal wieder nichts sagen, aha“, murmelt Khorash vor sich hin. „Ihr wart schon bei den Anderen?“
„Das war ich. Mich erreichte der Auftrag in Tirisfal und so begab ich mich zuerst zu Evilchen nach Brill und habe mich dann von Vicemagic nach Donnerfels teleportieren lassen. Aber Euch zu finden war nicht ganz einfach.“
„Wie habt ihr mich überhaupt gefunden?“
„Ich irrte einen halben Tage durch Orgrimmar bis mich ein Troll mit eurem Wappen ansprach und mir Hilfe anbot. Es war Vijec, der mir sagte, dass ich Euch entweder hier oder in den Grizzlyhügeln finden würde.“
„Ahja, der Vijec. Ich danke Euch für das Überbringen der Nachricht. Ich mache mich sofort auf den Weg, um meine Reise vorzubereiten.“
Mit diesen Worten verwandelt Khorash sich in einen Geisterwolf, schießt über das Wasser hinweg zum Ufer und von dort weiter in die Ferne bis Bashan ihn nicht mehr ausmachen konnte.
Bashan hat wieder einmal dem ihn anvertrauten Auftrag durchgeführt. Ein wenig stolz auf sich macht auch er sich auf den Weg nach Hause. Allerdings mit einem mulmigen Gefühl. Ging die vage Nachricht von Lawna nicht ganz spurlos an ihm vorbei „…dunkle Schatten am Horizont…“.

Lawna läuft nervös am Ufer des Sees auf und ab. Sie weiß immer noch nicht, wie sie es den Anderen verständlich machen soll, was auf sie zukommt. Muss sie den Anderen doch nicht nur erzählen, was sie beim Kriegsrat im Alteractal erlebt und erfahren hat. Sie muss auch ihren persönlichen Entschluss für die Zukunft mitteilen. „Kurz und schmerzlos wird das Beste sein…“.
Von Weitem, aus Richtung Nachthafen, kann sie mehrere Stimmen hören, die miteinander reden, nein, eher diskutieren. Den genauen Wortlaut kann sie dem Gespräch nicht entnehmen, zu weit entfernt sind die beteiligten Personen. Allerdings ist sich Lawna sicher die drei Stimmen zu kennen und so steigt die Nervosität bei ihr weiter an, gleich wird sie Allen erklären müssen, was sie erfahren hat.
„Ich grüße euch!“ ruft Lawna den Dreien zu.
„Hallo!“ schallt es kollektiv zurück.
„Ich danke Euch, dass Ihr es zu unserem Treffen geschafft habt. Ich möchte auch gar nicht lange fackeln und Euch sofort Bericht erstatten was ich erfahren habe!“
„Ohne Umschweife, mal was ganz Neues“, spottet Evilchen.
Ein lautes „Scchhht“ bekommt er als Belohnung von den zwei Tauren zurück.
„Ich weiß, dass ich normalerweise immer etwas weiter aushole bei unseren Treffen, allerdings weiß ich leider nicht, wie ich dies diesmal machen sollte.
Der Kriegsra,t zu dem die Gildenoberhäupter gerufen wurden, fand im Alteractal mitten auf dem Feld des Kampfes statt. Es war ein merkwürdiges Gefühl, als die Allianz eintraf und….“
„…was, die Allianz war ebenfalls dort. Kam es zum Kampf?“ fährt Eeyore dazwischen.
„Nein, sie waren eingeladen oder besser gesagt, das Treffen war von vorne herein als eine Zusammenkunft beider Fraktionen angedacht. Aber weiter im Text. Nachdem die Begrüßungen durch waren und ich kann euch sagen, eine gefühlte Ewigkeit verging, wurde uns der Grund der Zusammenkunft offenbart.
Vor einigen Monden ist ein schwer verletzter Wyvernreiter in Orgrimmar auf einem bis fast zum Tode erschöpften Wyvern eingetroffen. Es stellte sich heraus, dass er ein Späher eines unserer Hochseeflottenverbände war. Er wurde sofort zum Kriegshäuptling gebracht, um Bericht zu erstatten. Seine Wunden wurden vor Ort versorgt. Viel bekamen sie nicht aus ihm heraus, nicht, weil er nichts sagen wollte, sondern weil er schlicht und ergreifend nicht wusste, was er gesehen hat.“
„Jetzt spanne uns nicht so auf die Folter und komm zum versprochenen Punkt!“ hakt Evilchen nach.
„Jaja, zu dem Punkt kommen wir jetzt. Er erzählte von einer neuen Inselgruppe. Der Verband näherte sich dieser, um sie genauer zu untersuchen. Ab da sind die Erzählungen des Spähers eher vage. Er berichtete von grünem Feuer, welches vom Himmel regnete und im Schatten verschleierte Fratzen, welche ganze Schiffe verschlungen haben. Bevor er sich auf seinen Wyvern retten konnte, sah er in der Ferne auf der Insel noch -, wie er sagte, „grünen Strahl der gen Himmel schoss und vogelähnliche Wesen gebar“.“
„Ich dachte immer die Truppen dürfen im Dienst keinen Alkohol zu sich nehmen!“ sagt Khorash.
„Das von ihm Geschilderte kann nur einen Schluss zulassen. Die Legion kehrt zurück und hat sich diese unbekannten Inseln als Basis ausgesucht, wohl wissend, dass sie dort vorerst in Ruhe ihre Streitkräfte sammeln können. Es wurde beschlossen einen Kampfverband der beiden Fraktionen zusammenzustellen und in Richtung der Inseln zu entsenden, die mittlerweile als „Verheerte Inseln“ tituliert werden. Unser Verband wird von Fürstin Windläufer angeführt und König Wrynn selbst führt den Verband der Allianz an. Den Gilden wurde befohlen ihre Truppen zu sammeln und sich in den nächsten Wochen in Ratschet einzufinden. Die Gilden mit einem Schiff sollen mit diesem einlaufen. Es wird schnellstens auf den nötigen Stand für eine eventuell bevorstehende Schlacht gebracht. Wir werden also mit unserem alten Schiff, welches wir uns für Pandaria angeeignet haben, schnellstmöglich in Richtung Ratschet abfahren. Alles Weitere werden wir vor Ort in Ratschet erfahren. Ihr werdet die Gilde informieren, ich bringe unser Schiff nach Ratschet.“
„Die Legion? Ihr seid euch da 100% sicher? Das kann doch nicht sein, wie kann sich die Legion ohne unser Wissen wieder auf dieser Welt manifestiert haben?“ fragt Evilchen empört.
„Das kann ich dir auch nicht sagen. Es wurde nicht näher thematisiert. Die Gildenoberhäupter haben weitergehend nur noch Instruktionen erhalten.“
„Na dann, brechen wir am besten sofort auf und informieren die Gilde“, beschließt Eeyore.
Leicht niedergeschlagen hebt Lawna die Hand.
„Es gibt….da noch etwas, was ich mit euch besprechen muss. Ein persönliches Anliegen zum vielleicht nicht ganz passenden Zeitpunkt…“ kommt es Lawna fast flüsternd über die Lippen.
„Gerade heraus damit“, sagt Khorash.
„Nun gut, dann gerade heraus. Ihr müsst euch bitte bis vor dem Aufbruch des Flottenverbunds entschieden haben, wer von euch dreien die Gilde in die zukünftigen Abenteuer und Schlachten führen wird.“
„Was, aber…!“ Lawna unterbricht den Aufschrei und redet direkt weiter.
„Schon seit Längerem habe ich das Ruder komplett an euch abgegeben und trage den Titel des Gildenoberhaupts nur noch, weil wir nie wirklich darüber gesprochen haben. Ich kann und möchte diese Verantwortung nicht mehr tragen. Es tut mir Leid.“
Mit diesen Worten dreht Lawna sich um, lässt die Drei stehen und trottet in Richtung Nachthafen hinfort. Nach wenigen Schritten hält sie nochmal inne und wendet den Kopf.
„Solltet ihr mich brauchen, werde ich immer da sein. Ich werde dem Ruf der Horde und der Gilde bis zum Ende folgen. Bis bald. Wir sehen uns in Ratschet“!